Corona-Diagnostik

Unser Engagement

 

Das Labor Potsdam engagiert sich wie andere diagnostische Zentren für die Zusammenarbeit mit unseren Gemeinden, da wir alle vor den beispiellosen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie stehen. Seit Anfang 2020 entwickelt sich unsere Corona-Diagnostik Schritt für Schritt und wir bieten nun ein umfassendes Leistungsspektrum mit COVID-19 und verwandten Tests.

 

Unsere Testoptionen

 

Molekulare Tests:

 

RT-PCR-Test (Infektionsnachweis):

 

PCR-Tests werden als „Goldstandard“-Diagnostik verwendet, um eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom Coronavirus 2), das COVID-19 verursacht, nachzuweisen. Testung ist indiziert, wenn aufgrund von Anamnese, Symptomen oder Befunden ein klinischer Verdacht besteht, der mit einer SARS-CoV-2 Infektion (COVID-19) vereinbar ist.

Als Probenmaterial werden Nasopharynx-Abstrich (Nasen-Rachen-Abstrich) und Oropharynx-Abstrich (Rachenabstrich) aus den oberen Atemwegen oder Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (bei Patienten mit produktivem Husten) und Trachealsekret aus den tiefen Atemwegen verwendet.

 

Target-PCR-Test (Mutationsnachweis):

 

Bei allen positiv getesteten Proben auf SARS-CoV-2 RNA mithilfe von RT-PCR-Methoden wird ein zusätzlicher Test durchgeführt, um festzustellen, ob sie die neue Virus-Mutation aufweisen.

Der zweite PCR-Test (Target PCR) ist eine schnelle und verhältnismäßig kostengünstige Untersuchung und kann einen Großteil aller Mutationsvarianten nachweisen. Dieses Screening auf die Britische und Südafrikanische Variante erfolgt bei uns direkt im Labor Potsdam.

Die Britische B.1.1.7-Variante ist charakterisiert durch das Vorhandensein der klinisch relevanten Mutation N501Y und der Deletion H69/V70. Die Mutation N501Y ist auch bei der Südafrikanischen (B.1.351) und Brasilianischen (B.1.1.28) Virusvariante nachweisbar.

Die PCR-Mutationsanalyse dauert in der Regel 48 Stunden nach Probeneingang bzw. Beauftragung der Analyse. Zurzeit werden alle im Mutationsscreening nachgewiesenen, nicht als Britische Variante diagnostizierten Proben und eine bestimmte Zahl der als Britische Variante diagnostizierten Proben durch eine Gesamtgenom-Sequenzierung umfänglicher charakterisiert.

 

Gesamtgenom-Sequenzierung:

 

Um die Verbreitung des Coronavirus‘ durch neue Virusmutationen zu verhindern und zu wissen, wo sich in Deutschland welche Mutationen des Sars-CoV-2-Virus‘ verbreitet haben, sollten alle Labore laut Bundesgesundheitsministerium eine bestimmte Zahl der PCR-positiv getesteten Proben genetisch untersuchen lassen und die Ergebnisse an das Robert-Koch-Institut übermitteln.

Seit Anfang März 2021 haben wir angefangen, Proben, die durch eine Target-PCR positiv auf eine Variant of Concern (VOC) getestet wurden, mit dem neuen Gerät GridION von Oxford Nanopore zu sequenzieren.

Das neue Gerät gehört zur „Third Generation Sequencing “ (TGS) und kann einzelne DNA- und RNA-Stränge durch Messung der Stromänderungen sequenzieren. Der Vorteil von Single-Molecule Sequenzierung liegt in einem sehr schnellen Durchsatz von vielen Proben. Die ermittelten Sequenzdaten werden in der Form von fastQ und fast5 Dateien gespeichert.

Die Verarbeitung der Sequenzdaten erfolgt über eine bioinformatische Pipeline, die von der Firma IIT Biotech zur Verfügung gestellt wurde.

Laut RKI werden einige zufällig ausgewählte Proben der jeweiligen Woche mit einem Ct-Wert <= 25 und Proben mit klinischem bzw. epidemiologischem Verdacht auf das Vorliegen einer neuen Variante von SARS-CoV-2 (VOC) sequenziert.

Die erhobenen Genomsequenzdaten werden einerseits digital über das DESH-System an das Robert Koch-Institut und das zuständige regionale Gesundheitsamt übermittelt und andererseits über unser Labor auch zum Einsender der ursprünglichen Probe per schriftlichem Befundbericht zur Kenntnis gegeben.

 

Serologie:

 

Serologische oder Antikörpertests werden verwendet, um Personen zu identifizieren, die zuvor mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Diese Personen können symptomatisch oder asymptomatisch gewesen sein. Serologische Tests sollten nicht zur Diagnose von aktivem COVID-19 verwendet werden, da sich die Entwicklung einer Immun- oder Antikörperantwort verzögert und es 5 bis 14 Tage nach Auftreten der Symptome dauern kann, bis sie nachweisbar sind.

Unser neuer quantitativer SARS-CoV-2 TrimericS neutralisierender IgG-Antikörper-Assay von LIAISON® zeigt eine Spezifität und Sensitivität von über 95%. Dieser Antikörper reagiert gegen das trimere Spike-Glykoprotein von SARS-CoV-2, ermöglicht den Nachweis einer breiten Population von Antikörpern und reduziert das Risiko falsch negativer Ergebnisse nach durchlaufener Infektion.

Alle aktuellen SARS-CoV-2-Impfstoffe basieren auf der Stimulierung einer Immunantwort gegen das Spike-Glykoprotein. Deswegen ist dieser Test ein ideales Diagnoseinstrument zur Beurteilung der Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen.

Dieser Assay unterscheidet jedoch nicht zwischen Impfstoffen und die durch natürliche Infektionen induzierten Antikörpern.